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Die Tragödie der Schneeflocken - oder - Die letzten Minuten des kleinen Timmy

     Mit einem Zwinkern verabschiedete sich die erste Sonne weit entfernt am Horizont und hinterließ die beiden Reisenden in einer noch frostigeren Eiswüste als zuvor. Zu allem Überfluss zog sich der luftige Wolkenschleier am Himmel weiter zu einem dichten Vorhang zusammen und ließ die ersten Schneeflocken auf die Wanderer herabrieseln.

    »Huiii!«, sauste eine an Pein Eppel vorbei und plumpste in den weichen Schnee.

    Bitte? Jetzt konnten diese Dinger auch noch sprechen? Die Ananas verdrehte die Augen. Er mochte Steine. Die konnten nämlich nicht sprechen.

    »Vorsicht, ich komme!«, quietschte eine weitere, landete auf dem Pelzrand von Peins Kapuze und kullerte an seinem Mantel zu Boden.

    »Jetzt bin ich dran! Platz …«

    In diesem Moment streckte der Zyniker die Hand aus und fing die Schneeflocke auf.

    »Hihi, das ist … heiß! Heiß! Nein!«

    »Timmy!« »Timmy, nein!«, schrien die anderen, als die Timmy genannte Schneeflocke langsam auf Peins Handfläche zerfloss.

    »Ich schmelze! Ich schmeehehee…«

    Das einzige, was zurückblieb, war eine kleine Wasserpfütze und ein paar rotweiß geringelte Söckchen, die der Sadist kichernd in den Schnee tropfen ließ.

    »Mörder!«, schrien erst einzelne Flöckchen, dann alle im Chor.

    Pein Eppel klatschte in die Hände und wischte zwei weitere Schneewesen an seiner Jacke ab. Panisch versuchten die anderen, aus dem Weg zu rudern, als die Ananas breit grinste, die Kapuze zurückzog und damit begann, durch die Gegend zu springen und eine Schneeflocke nach der anderen mit dem Mund zu fangen.